Westfälische Rundschau, Nr. 262 Freitag, 11.11.2005

Kochkurs im Hotel Haus Wünsche vertiefte auf kulinarische Weise die „Ost-West-Kontakte"

Genüsse aus der baltischen Küche

Schwelm. (WR)
Ruth Schulte brachte es auf den Punkt: Von der französischen Küche werde viel gesprochen, die österreichische Küche werde hoch gelobt. Ob es da nicht einmal an der Zeit sei, den Blick auch auf Genüsse anderer Regionen zu lenken?
Eben das hatten sich die Teilnehmerinnen des einmaligen Kurses „Baltisch kochen" vorgenommen, die jetzt im Hotel „Haus Wünsche" über mehrere Stunden gemeinsam ein komplettes Menü mit Nachtisch zubereiteten.
Um es vorneweg zu sagen: Die Ausstattung der Hotelküche wurde voll genutzt: Mixer, Töpfe, Rührschüsseln, Pfannen: An zahlreichen Brennpunkten (sprich: Kochstellen) dampfte und dunstete es, auch der Backofen war bis obenhin belegt.
Was war geschehen? Die Stadt Schwelm kochte sozusagen zur Vertiefung guter „Ost-West-Kontakte". Denn an dieser Reihe der Stadt Wuppertal und der Caritas Wuppertal beteiligt sich Schwelm -mit Unterstützung der AVU -im zweiten Jahr. Nach einer Ausstellung und einem Klavierkonzert im Ibach-Haus befasste man sich nun mit dem Essen des Baltikums.
Was kommt in Estland, Lettland und Litauen auf den Teller, ist vielen Westfalen durch Bezüge zu Polen und Russland vielleicht bekannt?
Schwelms Pressesprecherin Heike Rudolph bat Carola Wünsche vom Hotel Haus Wünsche und die Schwelmer Unternehmerin Ruth Schulte um Informationen. Beide wurden sofort aktiv.
Ruth Schulte- geboren in Heidekrug/Kreis Memel/ (Klaipeda), stellte Lektüre zur Verfügung, ließ einen Videofilm über das zauberhafte Memelland laufen und erläuterte aus eigener Kenntnis anschaulich Landschaft, Menschen, Kultur und Klima des Baltikums.
Nach und nach durchzogen köstliche Düfte die Küche. In der Regie von Carola Wünsche - und in großartiger Atmosphäre - bereiteten die Frauen Piroggen, Rote-Rüben-Suppe, pochierten Lachs in Weißweinsauce mit Karotten und Steckrüben zu Püree aus Kartoffeln und Petersilienwurzeln zu. Als Nachtisch gab es Quarkfrikadellen mit Mirabellen und köstlichen
Maronenkuchen.
Dazu wurden Weine und natürlich baltisches Bier kredenzt. Jede Teilnehmerin erhielt eine zauberhafte Kochschürze und Mirabellenkompott zum Abschied.
Es wurde erzählt und gelacht und im Verlauf der wie im Fluge vergehenden Stunden laut darüber nachgedacht, dass man so heiter und herzlich wieder zusammenkommen sollte, natürlich an den Töpfen und mit Schürze, den Kochlöffel elegant zur Hand. Denn Erdkunde, so das einhellige Urteil findet auch am Herd statt!


Schmackhafte Einblicke in die baltische Küche erhielten die Teilnehmerinnen des Kochkurses im Hotel Haus Wünsche der innerhalb der Reihe „Ost-West-Kontakte" organisiert worden war. (WR-Bild: Speckenwirth).

Westfälische Rundchau, 25.10.05

Stadt Schwelm, Hotel Wünsche und Ruth Schulte
bieten Kochkurs zur baltischen Küche an


Ost-West-Kontakte für den Magen

Schwelm. (WR)
Andere Länder, andere Sitten, andere Kulturen - und andere Speisen. Das sagte sich auch die Stadt Schwelm, die sich in diesem Jahr erneut an der Reihe „Ost-West-Kontakte" beteiligt, die die Stadt Wuppertal und die Caritas Wuppertal seit zehn Jahren durchführen.
In diesem Jahr steht das Baltikum im Zentrum. Der letzte von drei Schwelmer Beiträgen, mit denen man das Interesse für den Nordosten Europas wecken möchte, befasst sich mit dem Essen. Hand aufs Herz: Wer kennt sich aus mit Speisen aus Estland, Lettland und Litauen? Wer weiß, dass diese Küche herzhaft und deftig sein kann und im übrigen viele Bezüge zum Westfälischen Kochtopf aufweist?
Heike Rudolph von der Informations- und Pressestelle der Stadtverwaltung wollte Näheres von' Eingeweihten erfahren und sprach mit Carola Wünsche vom „Hotel Haus Wünsche" und der Schwelmer Unternehmerin Ruth Schulte, die in Heidekrug/Kreis Memel/Klaipeda zur Welt kam (wo das Kurische Haff mit der Ostsee verbunden ist). Das Ergebnis: Der Kurs „Baltisch kochen", der am Mittwoch, dem 2. November, im Haus Wünsche, Göckinghofstraße 47, stattfinden wird. Teilnehmen können acht Personen, bei größerem Interesse wird ein zweiter Kurs angeboten.
Das „ Baltische Kochen" beginnt um 16 Uhr und dauert einige Stunden: Die Teilnehmer kochen unter Anleitung von Carola Wünsche ein komplettes Menü und backen Kuchen. Vorsuppe: Rote-Rüben-Suppe; Hauptgang: Pochierter Lachs in Weißweinsauce mit einem Gemüse (wahrscheinlich Steckrüben) und Püree aus Kartoffeln und Petersilienwurzeln. Als Nachtisch werden die Teilnehmer Quarkfrikadellen mit Mirabellen zubereiten. Außerdem wird Maronenkuchen gebacken. Unter den Getränken gibt es natürlich auch Baltisches Bier. Die Gruppe wird das selbstzubereitete Essen am festlich eingedeckten Tisch genießen.
Ruth Schulte wird die Teilnehmer atmosphärisch einstimmen, indem sie anschaulich Menschen und Landschaften vorstellt. Und natürlich geht es auch um das Essen, das im schönen, aber klimatisch fordernden Nordosteuropa oft kalorienreich sein musste; viele Menschen arbeiteten körperlich hart bei großer Kälte. Auf den Tisch kam, was Land und Wasser hergaben, Kartoffeln, Fleisch, Beeren, Fisch... •
Wer baltisch kochen und genießen möchte, der sollte sich umgehend bei Heike Rudolph, ® 801-444, anmelden.

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